Alice Bailly (1872-1938)
Bouquet (Vase de Fleurs), 1913
Öl auf Leinwand
Unten links signiert : Alice Bailly ; Auf der Rückseite bezeichnet : Au Concours.C.R./galerie Pisko/Vienn…
64 x 53 cm
Alice Bailly stammt aus einfachen Verhältnissen und besucht die Zeichenkurse der École des demoiselles, die an die École des Beaux-Arts in Genf angrenzt, die damals für Frauen verboten war. Im Jahr 1900 stellte sie zum ersten Mal aus. Nach mehreren Aufenthalten im Wallis zwischen 1902 und 1904 verließ sie die Schweiz zwei Jahre später, um sich in Paris niederzulassen. Im Jahr 1911 lernte sie André Lhote und Raoul Dufy kennen und erweiterte ihren Freundeskreis um andere Künstler wie Juan Gris und Albert Gleizes, die alle eng mit dem Kubismus verbunden waren. Ihre Malerei entwickelte sich daher ganz natürlich in Richtung dieser Tendenz, weshalb sie von Guillaume Apollinaire als Orphistin eingestuft wurde. Sie stand den Avantgarde-Bewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahe und trug zu deren Verbreitung in der Westschweiz bei. Die Künstlerin fertigte das Gemälde im Jahr vor seiner Rückkehr in die Schweiz an. Der Strauß, dessen Blumen unstrukturiert erscheinen, ist orphistisch gefärbt und erinnert an die Werke von Robert Delaunay und Sonia Delaunay. Es ist ein farbenfrohes Gemälde, das aus silbernen Formen und harmonisch angeordneten Farben besteht, die auf dem architektonischen Hintergrund kaum zu erkennen sind. Auch wenn es nicht leicht ist, die verschiedenen Arten der dargestellten Blumen zu unterscheiden, schafft die Gesamtheit der farbigen Formen eine Harmonie, auf die die Künstlerin offenbar hauptsächlich abzielt.