Firmin Massot (1766-1849) und Wolfgang-Adam Toepffer (1766-1847)
Portrait présumé de la marquise de Chamillard 1810
Öl auf Leinwand
Unten links signiert, datiert und situiert : F. Massot Genève / 1810
69 × 87.5 cm
Firmin Massot ist erst elf Jahre alt, als er in die Genfer École des Beaux-Arts einritt. Anschliessend besucht er die Freilichtzeichenkurse von Jean-Étienne Liotard an der Société des Arts. Er spezialisiert sich von Anfang an auf Porträtmalerei und arbeitet mit ebenfalls in der Sammlung Le Crest vertretenen Zeitgenossen zusammen: dem Landschaftsmaler Wolfgang-Adam Toepffer und dem Tiermaler Jacques-Laurent Agasse. Die Genfer Adeligen und wohlhabenden Bürger wissen ihn zu schätzen und geben bei ihm kleine und mittelgrosse Porträts in Auftrag. Auch berühmte ausländische Gönner wie Madame Récamier und Kaiserin Josephine gehören zu seinen Aufraggebern.
Die Landschaft im Hintergrund des Gemäldes ist das Werk von Wolfgang-Adam Toepffer, ein guter Freund von Massot. Der Einfluss des damals in ganz Europa beliebten natürlichen Stils der englischen Porträtmalerei ist deutlich erkennbar. Die Natur ist frei: kleine Äste und Steine liegen verstreut auf dem Weg, vor der Harfe kommt links im Vordergrund der
Zweig eines Strauchs zum Vorschein; die grosse Pflanze mit roten Blüten und ausdrucksvollen Beeren auf der rechten Seite ist auf das karminrote Kaschmir-Schultertuch abgestimmt. Wer die porträtierte Dame mit dem eleganten Kleid im Empire-Stil ist, konnte bisher nicht einwandfrei geklärt werden.
